In der Deponie Wiesengraben (Deponieklasse I) werden ausschließlich mineralische Bau- und Rückbaumaterialien angenommen, etwa Boden, Bauschutt, Straßenaufbruch oder Baureststoffe. Diese Abfälle sind fest, nicht brennbar und nicht flüssig. Jeder angelieferte Stoff wird geprüft und darf nur angenommen werden, wenn er die strengen Grenzwerte der Deponieverordnung erfüllt. Die bis zu 180 m starke Tonschicht bildet eine natürliche Sicherheitsbarriere und wird durch zusätzliche technische Abdichtungen ergänzt. Durch diese Kombination entsteht einer der sichersten Standorte für die Ablagerung solcher Materialien. Eine Gefährdung von Mensch oder Umwelt ist ausgeschlossen – im Gegenteil: die Deponie Wiesengraben schafft dringend benötigte Entsorgungssicherheit in der Region und bietet durch den natürlich vorhandenen Deponieton eine perfekte Abdichtung.
Die Lage direkt an der Bundesstraße 6 stellt sicher, dass kein Durchgangsverkehr durch Ortschaften entsteht. Es wird mit rund 70–80 LKW-Anlieferungen pro Tag gerechnet, was im Vergleich zum heutigen Verkehrsaufkommen der B6 eine sehr geringe Zusatzbelastung darstellt. Ein aktuelles Verkehrsgutachten untersucht die Situation im Detail und wird von den Behörden geprüft. Lärm- und Staubgrenzwerte werden eingehalten. Der Vorteil für die Region: kurze Transportwege, keine Ortsdurchfahrten und eine sichere Entsorgung ohne „Abfalltourismus“ über weite Strecken oder gar Landesgrenzen.
Das Projekt nutzt ein Gelände, das bereits seit Jahrzehnten industriell geprägt ist – neue Eingriffe in die Natur werden vermieden. Durch den Einsatz von Recyclingmaterialien (z. B. aufbereiteter Straßenaufbruch) anstelle von Naturkies werden wertvolle Rohstoffe geschont. Der abgebaute Ton soll zu kalziniertem Ton weiterverarbeitet und als klimafreundlicher Ersatzstoff in der Zement- und Betonindustrie eingesetzt werden. Durch den Einsatz von kalziniertem Ton können die CO₂-Emissionen der Zementindustrie um bis zu 40 % reduziert werden. Zusätzlich entstehen Aufforstungen, Böschungsbegrünungen und Trittsteinbiotope. So verbindet das Projekt Wiesengraben Versorgungssicherheit mit einem direkten Beitrag zum Klimaschutz und zur Artenvielfalt.
Das Projekt schafft rund 50 sichere Arbeitsplätze in Betrieb, Technik und Verwaltung sowie weitere Wertschöpfung durch zahlreiche Aufträge für regionale Handwerks- und Bauunternehmen. Die Stadt Neustadt profitiert langfristig von jährlichen Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von ca. 1–2 Mio. €. Gleichzeitig wird eine Versorgungslücke geschlossen: Im Umkreis von 60 km gibt es derzeit keine DK-I-Deponie. Die Region gewinnt also doppelt – durch wirtschaftliche Impulse und durch eine sichere, regionale Entsorgung.
Der am Standort gewonnene Ton ist ein besonders hochwertiger Rohstoff mit gleich mehreren Einsatzmöglichkeiten. In der Zementindustrie wird er als „kalzinierter Ton“ genutzt, um einen Teil des energieintensiven Klinkers zu ersetzen. Dadurch sinken die CO₂-Emissionen bei der Zementproduktion um bis zu 40 %. Eine weitere Besonderheit ist der sogenannte „Deponieton“: Viele andere Deponien müssen Ton über weite Strecken anliefern, um ihre Abdichtung herzustellen. Der Standort Wiesengraben verfügt direkt vor Ort über diese natürliche Ressource. Das spart Transporte, reduziert Kosten und sorgt für ein Höchstmaß an Sicherheit. Als Dichtungston wird der Ton zudem im Bereich des Küstenschutzes und Wasser- und Schifffahrtswegebau eingesetzt. Damit erfüllt der Standort einen dreifachen Nutzen – als klimafreundlicher Baustoff, als innovatives Produktmaterial und als natürliche Sicherheitsbarriere.
Bereits während der Betriebsphase der Deponie werden die einzelnen Abschnitte sukzessive abgedichtet, rekultiviert und begrünt. Die Böschungen werden mit Wald bepflanzt, sodass ein naturnaher Landschaftsraum entsteht. Die Nachsorge ist gesetzlich vorgeschrieben und wird über Jahrzehnte kontrolliert. So entsteht langfristig ein neuer, sicherer und ökologisch wertvoller Landschaftsbereich.
Nein. Ein Windpark ist nicht Teil der Planungen. Aufgrund der Nähe zum Flughafen Langenhagen wäre eine Genehmigung ohnehin nahezu ausgeschlossen. Der Fokus liegt klar auf der sicheren Deponienachnutzung und ökologischen Aufwertung der Fläche.
Es werden regionale Ausgleichsflächen geschaffen, darunter Aufforstungen sowie Biotope für Kreuzkröte, Feldlerche und andere Arten. Auch Flächen in Kooperation mit Kommunen und Verbänden sind vorgesehen. Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass Naturwerte nicht nur erhalten, sondern in der Region sogar gestärkt werden.
Der Tonabbau läuft bereits weiter. Der Beginn des Deponiebetriebs ist für 2029 vorgesehen. Die Verfüllung der Deponie erfolgt Stück für Stück und folgt direkt der Tongewinnung. Dadurch wird sich nie die gesamte Fläche in Betrieb befinden, sondern möglichst kleine einzelne Abschnitte. Die Ablagerungsphase dauert voraussichtlich bis ca. 2095. Damit wird der Standort für mehrere Generationen Versorgungssicherheit schaffen.
Die Abfälle stammen überwiegend aus der Region Hannover und den angrenzenden Landkreisen. Es handelt sich um Bau- und Rückbaumaterialien wie Straßenaufbruch, Material aus dem Gebäuderückbau oder der Brückensanierung. Die Deponie Wiesengraben stellt sicher, dass diese Materialien regional entsorgt werden können – ohne lange Transporte quer durch Niedersachsen.
Das Investitionsvolumen liegt im zweistelligen Millionenbereich. Die Finanzierung erfolgt vollständig privat durch die Hagedorn Unternehmensgruppe. Es werden keine öffentlichen Gelder eingesetzt – die Region profitiert, ohne belastet zu werden.
Ja. Eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist gesetzlich vorgeschrieben und wird durchgeführt. Sie untersucht mögliche Auswirkungen auf jegliche Schutzgüter wie z.B. Natur, Wasser, Luft, Klima und Mensch. Das Verfahren stellt sicher, dass keine Beeinträchtigungen auftreten und die höchsten Umweltstandards eingehalten werden.
Am Standort entstehen rund 50 dauerhafte Arbeitsplätze in Betrieb, Technik, Instandhaltung und Verwaltung. Hierzu werden überwiegend neue Fachkräfte eingestellt. Auch regionale Dienstleister und Handwerksbetriebe werden einbezogen. Damit schafft die Wiesengraben GmbH sichere Jobs, stärkt die regionale Wirtschaft und bindet lokale Unternehmen ein.
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Justin Wellmann
Projektmanager